Kauf Ratgeber

Neue Formen des Wohnens

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Egal, ob Sie den Kauf von Wohneigentum oder einen Umbau planen – je genauer Sie wissen, wie modern und energiesparend Sie wohnen möchten, umso besser können Sie Ihre Finanzen planen. Denn die Ausstattung der Immobilie ist ein wichtiges Kriterium der Nutzung und Werterhaltung.

Das Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) hat in seiner Studie «Smart Home 2030» Vertreter der Bau-, Elektro- und Immobilienbranche befragt und herausgefunden, dass die Digitalisierung im Wohnbereich heute kaum ein Thema ist und erst in Zukunft möglicherweise wichtig wird. Die Nachfrage hinke dem Angebot hinterher. Hersteller von Hausautomations- und -steuerungssystemen gibt es bereits heute, als führende Anbieter werden hier Siemens und ABB genannt. Mit «ABB-free@home» lassen sich Storen, Lampen, Heizung, Klima- und Gegensprechanlagen vernetzen und auf dem Tablet steuern. Konkurrent Siemens hat «Synco living» mit ähnlichen Funktionen im Sortiment.

Diese Gadgets haben sich jedoch noch nicht auf breiter Front durchgesetzt. Wer sie heute einbauen möchte, darf sich als Trendsetter bezeichnen. Das GDI ist überzeugt: «Intelligente Kühlschränke und automatisierte Lichtsteuerungsanlagen sind erst der Anfang. […] Der Wandel wird kommen.» Und Angst vor einem verkabelten Science-Fiction-Haus müsse auch niemand haben: «Viele technologische Innovationen finden […] unaufdringlich und im Hintergrund statt. Trotz Vernetzung bleibt das Zuhause gemütlich.»

Energieeffizienz – ein Statement des modernen Wohnens

Angesichts der Energiewende schon jetzt in aller Munde ist die Energieeffizienz von Gebäuden und der Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärme- und Stromversorgung. Intelligente Steuerungssysteme könnten diese Entwicklung weiter beflügeln: Mit ihnen lässt sich zum Beispiel die Raumwärme optimieren, die den wichtigsten Bestandteil des Gesamtenergiebedarfs eines Gebäudes ausmacht. Dieser Bedarf könnte laut einer Studie von EnergieSchweiz dank bestehender Gebäudetechnik und besserer Wärmedämmung bis 2050 um 23 Prozent sinken.

Effizientere und sauberere Anlagen zur Heizung und Warmwasseraufbereitung, die Eigenproduktion von Ökostrom und dichtere Gebäudehüllen werden durch zahlreiche staatliche Programme gefördert, was nachhaltiges Bauen auch unter finanziellen Gesichtspunkten interessant machen kann. Die Alternativen zur konventionellen Öl- oder Gasheizung und zur Elektrizität aus der Steckdose sind vielfältig:

  • Wärmepumpen, die Umweltenergie aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser beziehen, gelten als ein Wunder an Effizienz. Sie werden mit Strom betrieben, der je nach Herkunft erneuerbar ist.
  • Unter dem Strich ganz CO2-neutral heizen kann man mit Holz. Für Ein- und Mehrfamilienhäuser eignen sich Holzpellets aus Sägereiabfällen. Beim Anschluss an ein Fernwärmenetz werden in der Heizzentrale oft Holzschnitzel verfeuert.
  • Sonnenkollektoren entlasten die Heizung, indem sie zur Warmwasseraufbereitung beitragen. Für einen Haushalt (Einfamilienhaus) braucht es dafür vier bis fünf Quadratmeter auf einem besonnten Dach.
  • Mit einer Photovoltaikanlage kann man seinen eigenen Strom herstellen, ihn gleich selbst verbrauchen oder – bei Überproduktion – gegen eine Vergütung ins Elektrizitätsnetz einspeisen.

Energieautarkes Wohnen: aus Theorie wird Praxis

Welche energetische Ausstattung die richtige ist, darüber geben die kantonalen Energieberatungsstellen Auskunft. In die Zukunft schauen lässt sich beispielsweise im zürcherischen Brütten. Dort baut die Umwelt Arena Spreitenbach  gemäss eigenen Aussagen das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt. Energieautark bedeutet, dass das Haus ganz ohne Energie von aussen auskommt, auch im Winter und an Regentagen. Solarzellen produzieren thermische und elektrische Energie, die dank ausgeklügelten Speichertechniken auch dann zur Verfügung steht, wenn die Sonne nicht scheint. Überschüssiger Strom kann kurzfristig in Batterien und für die langfristige Nutzung mittels Elektrolyse in Gasform gespeichert werden. Oder er wird zum Aufladen von Elektroautos verwendet – das energieautarke Haus schliesst nämlich die CO2-neutrale Mobilität mit ein.

Das neue Grün im Wohnbereich

Angesichts der raumplanerisch angestrebten Verdichtung und eines zunehmend reflektierten Konsumverhaltens ist auch «Urban Gardening» ein angesagtes Nachhaltigkeitskonzept. Das Flachdach, die Terrasse, der Balkon – jede noch so kleine Fläche soll mit Nutzpflanzen begrünt werden und zu einem kleinen Stück Selbstversorgung beitragen. Nach den Schrebergärten wird der städtische Gartenbau nun also noch kleinteiliger. Das Aushängeschild des begrünten Städtebaus ist ein geplantes Hochhaus bei Lausanne, dessen Fassade mit einem ganzen Wald bepflanzt wird. Das entsprechende Mikroklima soll helfen, den Energieverbrauch des «Tour des Cèdres» (Zedernturm) zu senken.

Ob intelligente Geräte, effiziente Energieversorgung oder urbane Begrünung: Wichtig ist, sich über die Ausstattungsmöglichkeiten des Traumhauses frühzeitig zu informieren und entsprechend zu planen. Denn es lohnt sich auch aus finanzieller Sicht, die Anschaffungskosten gegenüber dem am Ende entstehenden langfristigen Sparpotenzial ins Auge zu fassen. Im Rahmen der Finanzierungslösung können Sie diese Punkte dann mit den Hypotheken-Experten der Credit Suisse besprechen.

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